Evaluation (1): Tools – zu viele, zu wenig?

Veröffentlicht: Juli 29, 2011 in Abschlussarbeiten, E-Portfolio, Evaluation
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Erst nach dem Semesterende habe ich endlich Zeit gefunden, die Ergebnisse der Evaluation des Seminars „Web 2.0 und die Gesellschaft“ unter die Lupe zu nehmen. In den kommenden, abschließenden Posts zu AW448 im Sommersemester 2011 möchte ich einige, teilweise überraschende, Ergebnisse und meine Schlussfolgerungen für die Neugestaltung im Wintersemester 2011/12 Schritt für Schritt vorstellen.

Heute starte ich mit der Frage danach, ob Studierende ausreichend viele Web 2.0 Ansätze und Tools kennenlernen und praktisch ausprobieren konnten. Was mich in diesem Semester überrascht ist, dass relativ viele Studierende ähnliche Antworten formulieren:

  • „Viele Tools kannte ich schon vorher“
  • „Die Anzahl der eingesetzten Tools hielt sich in Grenzen“
  • „Einen Teil der Tools kannte ich schon. Es sind aber auch neue dazu gekommen“
  • „Weitere Tools würde ich noch gerne ausprobieren“

Diese Antworten deuten darauf hin, dass Studierende mehr Tools „vertragen“, oder sich sogar wünschen würden. Das ist interessant, da es im letzten Semester viele Stimmen gab, die meinten, dass es viel zu viele Tools gab! Die Frage ist nun – woran liegt es? Waren Studierende in diesem Semester mit einem anderen Vorwissen ausgestattet? Wurde die Anzahl von Tools zu sehr eingeschränkt?

Ich glaube, es sind zwei Themen. Zum einem  geht es darum, welche Tools seminarunterstützend eingesetzt werden, um z.B. Kommunikation und Organisation zu unterstützen. Zum anderen, geht es darum, welche Tools unabhängig von der Seminarorganisation ausprobiert werden können, um z.B. E-Portfolios gestalten zu können oder einfach neue Tools kennenzulernen.

Zum Punkt 1: In diesem Semester habe ich vier Kerndienste eingesetzt: (a) Seminar-Wiki/Wikispaces – zur Dokumentation von Modulinhalten und Koordination der Gruppenarbeit, (b) Seminar-Blog/Wordspress – zur öffentlichen Kommunikation des Modulverlaufs, (c) Seminar-Microblog/ Edmodo zur internen, spontanen Kommunikation aller Teilnehmer/Innen und (d) Virtuelle Gastvorträge/Adobe Connect zur Durchführung und  Aufzeichnung synchroner Vorträge mit externen Referenten. Im Vergleich zum letzten Semester habe ich auf Seminar-Bookmarks/Diigo, Seminar-Community/Mixxt und Seminar-Wall/Wallwisher verzichtet und wie ich meine, aus einem guten Grund – es gab einfach zu viel Überlappung zwischen den einzelnen Tools. Mit der Auswahl und der Konzentration auf die vier wichtigsten Tools bin ich zufrieden und werde diese im nächsten Semester in der ähnlichen Form beibehalten.

Zum Punkt 2:  Das praktische, von der Seminarorganisation unabhängige, Ausprobieren von Tools, kam tatsächlich in diesem Semester zu kurz. Aus der heutigen Perspektive kann ich sagen, dass es schwierig ist, bei der Aufteilung einer 90-minütigen Veranstaltung in einen Theorie- und Praxisteil, die Balance zwischen den beiden Aspekten beizubehalten oder genauer gesagt – beide Teilen unter einem Hut zu kriegen. Deswegen möchte ich im kommenden Semester die Kursorganisation verändern, und zwar den Theorie- und Praxisanteil in Form von separaten Sitzungen planen. Die Idee ist, abwechselnd, Woche für Woche, eine theorieorientierte Sitzung (also eine Art „Vorlesung“) mit meinem Vortrag und einem kurzen, ergänzenden virtuellen Gastvortrag und Diskussionsrunden mit Studierenden, und ein Praxis-Workshop (also eine Art „Übung“), wo eben die unterschiedlichen Tools ausprobiert werden können, zu verzahnen.

Durch diese Trennung hoffe ich, mehr Zeit dafür zu gewinnen, beide Teile auszubauen und Inhalte zu vertiefen. Die gewonnene Zeit muss ich dann woanders einsparen. Meine Überlegung ist den Aufwand für die abschließende Konzeptausarbeitung in Gruppen reduzieren und mehr in in die Führung des eigenes E-Portfolios zu investieren. Für die Studierende würde diese Änderung ein Mehr an fortlaufender und ein Weniger an abschließender Arbeit bedeuten. Wird sich diese noch stärkere Gewichtsverlagerung von „summativ“ (Abschlussarbeit) auf „formativ“ (E-Portfolio) positiv auf die Kursorganisation und die Lernergebnisse auswirken? Ich vermute, dass vor allem der hohe Druck am Ende des Semesters, der für Studierende mit dem „Klausurstress“ verbunden ist, reduziert wird. Alles weitere wird sich zeigen.

Für alle Hinweise und Meinungen bin ich sehr dankbar!

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