Bewertung und Leistung

Veröffentlicht: Februar 9, 2011 in Abschlussarbeiten, Bewertung
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Mit der letzten Sitzung am 7. Februar ist das Seminar „Web 2.0 und die Gesellschaft“ fast zu Ende. Der endgültige Abschluss erfolgt nächste Woche mit der Einreichung der Gesamtnoten.

In diesem Semester bin ich mit der Leistung der Studierenden recht zufrieden, was sich auch in der sehr guten Durchschnittsnote wiedergespiegelt hat. Mit „Leistung“ meine ich nicht nur die Qualität der Abschlussarbeit (Ausarbeitung eines Fallbeispiels) und der Präsentation (Umsetzung der entwickelten Lösung), sondern auch die einzelnen Schritte, die in der Gruppenarbeitsphase zu diesen Endergebnissen geführt haben.

Meine Bewertungskriterien bezogen sich auf (1) die Zusammenarbeit in der Gruppe und mit den Studierenden der HS München, u.a. „konstruktives Feedback der Parallelgruppe gegeben“, „Feedback der Parallelgruppe im Konzept integriert“, (2) die schriftliche Ausarbeitung, u.a. „eine reflektierte, tiefergehende Auseinandersetzung mit dem ausgewählten Thema“, „ein relevanter Bezug zur Problemstellung“, und (3) die Präsentation, u.a. „adäquate, zielführende Umsetzung des Konzeptes“, „realistische Bewertung der eigenen Lösung“. Insgesamt gabe es 24 Bewertungskriterien, die zum großen Teil von den meisten Gruppen erfüllt wurden.

Die Bewertungskriterien waren erstens insofern wichtig, dass ich meine zunächst impliziten Qualitätsmaßstäbe genauer bestimmen, meine Erwartungen in nachvollziehbare Kriterien zerlegt konnte. Somit entstand eine Begründungsgrundlage für mich selbst und für die Kommunikation mit den Studierenden. Sicherlich lassen sich nicht immer alle Aspekte vorhersehen und explizit benennen. Für den Bewertenden sind auch ausreichend Freiräume wichtig, um unerwartete Abweichungen von den vorab aufgestellten Kriterien zuzulassen. Reicher um diese Erfahrung werde ich im nächsten Semester das Bewertungsraster optimieren – einige vorhandene Kriterien umbenennen, neue Kriterien hinzufügen und Freiräume weiterhin erlauben.

Eins wurde mir nochbei der Bewertung der Arbeiten deutlich: Die Bekanntgabe der Bewertungskriterien kann sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringen. Einerseits, durch die Transparenz der Erwartungen entstand für die Studierende ein Leitfaden, der die Selbst- und Gruppenarbeit unterstützt hat. Andererseits, wurden die Arbeiten oft zu stark an die Bewertungskriterien ausgerichtet. Einige Arbeiten haben „nur“ das Erwartete/Kommunizierte erfüllt.

Für mich stellt sich die Frage: Zu welchem Ausmaß können die transparent gemachten und vorab kommunizierten Bewertungskriterien die individuellen Leistungen beeinflüssen? Wäre ein Bewerungskriterium „Überragende Leistung, die über den Standard hinausgeht“ ein Ansporn dazu, etwas Ausserordentliches zu leisten? Gibt es Erfahrungen dazu?

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